Kopfschmerzen

Kopfschmerzen

Kopfschmerzen unterteilt man in ein großes Feld aus primären (etwa 90%) und in einen kleineren Bereich aus sekundären (etwa 10%) Erkrankungen unterteilen.

Bei primären Kopfschmerzerkrankungen ist die Erkrankung selbst die Ursache der Beschwerdesymptomatik. Beispiele wären hierfür unter anderem die Migräne, der Spannungskopfschmerz oder der Clusterkopfschmerz. Die Diagnosestellung erfolgt über ein ausführliches Arzt-Patienten-Gespräch (Anamnese), eine körperliche Untersuchung und orientiert sich an der gültigen Kopfschmerzklassifikation. In der apparativen Diagnostik und dem körperlichen Untersuchungsbefund finden sich bei primären Kopfschmerzerkrankungen keine Auffälligkeiten.

Für die Diagnosestellung kann das vorherige Führen eines Kopfschmerztagesbuches ungemein hilfreich sein. Unsere zertifizierten Kopfschmerzexperten helfen Ihnen gerne weiter.

Migräne

Die Migräne ist eine häufige Form primärer Kopfschmerzerkrankungen und tritt bei 10-15% der Bevölkerung auf. Sie ist eine multifaktoriell bedingte Erkrankung, so dass sowohl genetische/körperliche Faktoren, aber auch psychische und soziale Faktoren eine Rolle spielen. Frauen sind etwa 2-3-mal so häufig betroffen. Bei der Migräne kommt es zu einem attackenartigen Kopfschmerz, welcher meist einseitig, pulsierend auftritt und für 4-72 Stunden anhält. An Begleitsymptomen besteht eine Schmerzzunahme unter körperlicher Aktivität, ein erhöhtes Rückzugsbedürfnis und es kann Übelkeit/Erbrechen sowie eine Licht-, Geräusch- und/oder Geruchsempfindlichkeit bestehen. Insgesamt entsteht durch dieses Krankheitsbild zumeist eine starke Beeinträchtigung im Alltag. Obwohl die Migräne bis dato nicht heilbar (aber positiv beeinflussbar!) ist, besprechen wir mit Ihnen gerne die medikamentösen und nichtmedikamentösen Therapieoptionen zur Behandlung einer Migräne.

Kopfschmerz vom Spannungstyp

Spannungskopfschmerzen treten häufig beidseitig auf und legen sich wie ein Druckband um den Kopf. Der Schmerzcharakter ist meist dumpf-drückend oder ziehend mit leichter bis mittelschwerer Schmerzintensität. Im Unterschied zur Migräne besteht in der Regel keine wesentliche Begleitsymptomatik. Häufig werden Muskelverspannungen (z.B. durch Fehlhaltungen) im Zusammenhang beobachtet, aber es gibt eine Reihe weiterer Triggerfaktoren. Die Kopfschmerzen können unter anderem auch durch psychosozialen Stress, Zähneknirschen/Beißen oder unregelmäßigen Tagesrhythmus (Schlafmangel) negativ beeinflusst werden. Der Therapiefokus bei Kopfschmerzen vom Spannungstyp sollte auf den nichtmedikamentösen Verfahren (Entspannungstechniken, Ausdauersport, Stressbewältigungsmechanismen) liegen.

Clusterkopfschmerzen

Clusterkopfschmerzen zeichnen sich durch einseitig auftretende Schmerzattacken im Bereich des Auges, der Stirn und/oder der Schläfe aus und sind von stärkster Schmerzintensität gekennzeichnet. Die Attacken dauern zwischen 15-180min an und können einmal alle 2 Tage bis zu 8 mal pro Tag auftreten. Weiterhin besteht mindestens eine der folgenden Begleiterscheinungen: Augentränen, Nasenlaufen oder Verstopfung der Nase, Augenrötung, Schwitzen im Bereich von Stirn/Gesicht, Verengung der Pupille, Hängen oder Schwellung des Augenlides. Zumeist besteht eine körperliche Unruhe mit Bewegungsdrang. Die Attacken treten periodisch gehäuft auf, bevorzugt im Frühjahr oder Herbst (Cluster: englisch „Ansammlung“). Die Clusterepisoden sind unterschiedlicher Dauer, zwischengeschaltet können kopfschmerzfreie Zeiten (Monate bis Jahre) liegen.

Kopfschmerzen bei Medikamentenübergebrauch

Muss man aufgrund einer Schmerzerkrankung häufig oder regelmäßig auf Schmerz- oder Migränemitteln zurückgreifen, führt dies zu einem erhöhten Chronifizierungsrisiko. Das bedeutet, dass die Schmerzmittel selbst zu einer Zunahme der Kopfschmerzhäufigkeit und zu einem Übergang von episodischen zu chronischen Kopfschmerzen führen können. Es gelten daher die allgemeinen Einnahmeempfehlungen für Triptane/Analgetika: maximal 2x/24h, an maximal 3 aufeinander folgenden Tagen und an maximal 10 Einnahmetagen im Monat. Sollten isoliert ausschließlich einfache Analgetika (z.B. Ibuprofen, Metamizol,…) eingenommen werden, liegen die maximalen Einnahmetage im Monat bei 15 Tagen. Therapieempfehlung ist hierbei vorrangig die Behandlung der Grunderkrankung und die Durchführung einer Medikamentenpause. Wir unterstützen Sie hierbei gerne.

Kopfschmerzkalender

Hier können Sie sich einen Kalender herunterladen, in dem Sie das Auftreten ihrer Kopfschmerzen detailliert dokumentieren können.

Interessantes zum Lesen

Zum Problem des Übergebrauchs von Medikamenten lesen Sie hier einen in der Zeitschrift HausArzt veröffentlichten Artikel unserer Kopfschmerzexpertin Dr. Estelle Neb.

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